Verschiedene Tabletten und Pillen in bunten Farben.

Statements

Die RedakteurInnen dieses Blogs stellen sich mit ihren Statements zum Neuro-Enhancement vor.

„Verstehe: Dem Geist auf die Sprünge helfen. Meine Hausmittel: ein Schokoladen-Overkill, mit Kaffee runtergespült. Manche missbrauchen gleich Ritalin zum Lernen. Wäre doch unfair, wenn der Stoff nur für Menschen mit ADHS wäre. Doch was macht er im Gehirn – im aufmerksamkeitsgestörten, im normalen? Und größer gedacht: Entsteht ein Druck, ohne Substanzen nicht mithalten zu können, nicht zu funktionieren, wie im Leistungssport? Brauchen wir Dopingkontrollen bei Klausuren?“ (Robert Hofmann)

„Ich verstehe unter Neuro-Enhancement, das eigene Gehirn und die Konzentrationsfähigkeit zu manipulieren, um schneller und länger arbeiten zu können. Hierfür werden zum Beispiel Medikamente missbraucht und der eigene Körper geschädigt. Menschen werden immer mehr zu Maschinen und diejenigen, die nicht dopen, sind benachteiligt. Ich frage mich, wie viele StudentInnen und SchülerInnen zu Medikamenten greifen, um sich zu pushen und vor allem, wie schädlich diese sind. Aber wo beginnt Hirndoping? Darf man jetzt morgens keinen Kaffee mehr trinken?“ (Franziska Oeler)

„Unter Neuro-Enhancement verstehe ich die geistige Leistungssteigerung durch spezielle Substanzen. Oftmals denkt man zuerst an Ritalin und andere verschreibungspflichtige Medikamente. Doch mich persönlich interessieren eher solche Neuro-Enhancer, die zunächst nicht berücksichtigt werden: Alltägliche, natürliche und/oder frei-verkäufliche Mittel (u.a. Kaffee, Gingko, Aminosäuren) und welche Rolle hier ein möglicher Placebo-Effekt spielt. Außerdem möchte ich herausfinden, aus welchen Gründen junge Menschen zu Neuro-Enhancern greifen und in welchem Maße.“ (Christiane Schulmayer)

„Neuro-Enhancement bedeutet für mich eine bewusste Manipulation der eigenen Gehirnleistung. Beispielsweise durch Medikamente wie Ritalin, die für Krankheiten wie ADHS vorgesehen sind und dadurch zweckentfremdet und missbraucht werden. Ich finde interessant, wie Ritalin im Körper eines kranken Menschen im Vergleich zu einem gesunden Menschen wirkt und welche Nebenwirkungen sich daraus für beide ergeben. Des Weiteren interessiert mich, wo die Grenze zwischen alltäglichen Push-Mitteln und den hier thematisierten Neuro-Enhancern gezogen werden kann.“ (Natalie Antoni)

„Neuro-Enhancer sind für mich Pillen, die die Leistungsfähigkeit steigern. Dass Neuro-Enhancer allerdings ein Trend unter SchülerInnen und StudentInnen sein sollen, scheint für mich sehr weit hergeholt. Bisher habe ich weder persönlich noch in meinem Umfeld erlebt, dass solche Mittel eingenommen wurden. Mich interessiert daher, wie viele SchülerInnen, StudentInnen und Berufstätige tatsächlich Neuro-Enhancer einnehmen und welche Risiken von ihnen ausgehen.“ (Sophia Stölting)

„Neuro-Enhancement bezeichnet für mich die Verbesserung von kognitiven Fähigkeiten durch die Einnahme von Medikamenten, aber auch von leistungs- bzw. konzentrationssteigernden Lebensmitteln oder Substanzen. Medikamentenmissbrauch und Risiken werden häufig unterschätzt. Mit dem Gehirndoping habe ich bisher keine persönlichen Erfahrungen. Interessant sind für mich die Risiken und Nebenwirkungen von Neuro-Enhancern und in wie weit diese in unserer Gesellschaft verbreitet sind und aus welchen Beweggründen. Zudem ist die Entwicklung von Neuro-Enhancern von der Entstehung bis hin zum heutigen Stand ein weiterer spannender Aspekt.“ (Saskia Flunkert)

„Hinter dem komplizierten englischen Konstrukt „Neuro-Enhancement“ steckt  ein Trend, den man bis jetzt eher aus dem Sport kannte: Doping – und zwar für unser Gehirn. Das fängt an bei der Konzentrationssteigerung durch Kaugummikauen, kann aber auch bedeuten, dass einige vor dem Lernen zu Medikamenten greifen.  Im Sport wird es geahndet und sorgt stets für Skandale – doch wie steht es um das Doping für‘s Gehirn? Ist das illegal, unfair oder gesundheitsgefährdend – was bedeutet „Neuro-Enhancement“ für unseren Körper und unsere Gesellschaft?“ (Hannah Lesch)

„Neuro-Enhancement (NE) bedeutet für mich eine Form von Gehirndoping. Mittels Medikamenten soll die Konzentration und die Arbeitsfähigkeit gesteigert werden. In der Gesellschaft ist diese Methode der Arbeitssteigerung jedoch umstritten, denn wo fängt NE überhaupt an? Mich interessiert, ob Neuro-Enhancer auch Auswirkungen auf den Charakter und die Verhaltensform eines Menschen haben und welche Beweggründe zu solchem Hirndoping führen. Wissen Menschen, die zu solchen Mitteln greifen, welche Wirkungen und Nebenwirkungen es gibt?“ (Fabienne Schleunung)