Ritalin – Eine gefährliche Hirndroge

Wenn von Neuro-Enhancern gesprochen wird, geht es oft um Ritalin®. Denn der im Medikament enthaltene Wirkstoff Methylphenidat steigert die Konzentrationsfähigkeit. Viele Ärzte verschreiben ihn häufig an Kinder, die an einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, kurz ADHS, leiden. Doch gelegentlich wird Ritalin® auch von gesunden Menschen eingenommen. Dass man dem eigenen Körper damit Schaden zufügen kann, sollte man aber auf keinen Fall vergessen. Ritalin® ist ein verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel und das auch aus gutem Grund.

Wie wirkt Ritalin®?

Das ist eine Frage, die auch unter Ärzten und Pharmazeuten noch nicht vollständig geklärt ist. Doch Ritalin®, bzw. Methylphenidat, gehört zur Gruppe der Amphetamine. Diese sind dafür verantwortlich, dass im Gehirn eine größere Menge Dopamin vorhanden ist. Das Hormon Dopamin wird vom Körper eigenständig produziert und wieder abgebaut. Die Einnahme von Ritalin® bewirkt, dass der Abbau gebremst wird, wodurch der Dopaminspiegel steigt. Eine konzentriertere Wahrnehmung und dadurch eine erhöhte Lernfähigkeit sind die Folgen.

Warum nehmen auch gesunde Menschen Ritalin®?

Wer Ritalin® einnimmt, versetzt sich in eine Art Rauschzustand. Für etwa drei bis vier Stunden ist die Aufmerksamkeit gesteigert, man ist nicht mehr müde, lässt sich nicht mehr ablenken und konzentriert sich nur noch auf das, womit man sich gerade beschäftigt. Oft wird Methylphenidat sogar mit harten Drogen wie Kokain und Morphium verglichen, obwohl die Wirkung bei diesen Mitteln etwas anders verläuft.

Wie wird Ritalin® eingenommen?

Am häufigsten wird die Tablette einfach heruntergeschluckt. Sie kann aber auch mit einem Mörser zerkleinert werden. Das Pulver ziehen manche dann durch die Nase oder mischen es mit Wasser, um es sich mit einer Spritze zu verabreichen. Doch das kann einige Gefahren mit sich bringen. Wenn man Ritalin® schnupft, können die Schleimhäute in der Nase geschädigt werden. Beim Injizieren, also Spritzen, können kleine Blutgefäße verstopfen, denn die zerkleinerte Ritalintablette löst sich in Wasser nicht auf. Zudem besteht hierbei die Gefahr, dass Infektionen übertragen werden.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Abgesehen von schädlichen Einnahmemethoden kann auch das Medikament selbst den Körper erheblich schädigen. Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Stimmungsschwankungen und ein unregelmäßiger Herzschlag sind häufige Nebenwirkungen. Sie treten laut Packungsbeilage bei einem bis zehn Prozent der Fälle auf. Gelegentlich, also mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,1 bis einem Prozent bekommt der Konsument Selbstmordgedanken, hat Halluzinationen oder Atembeschwerden. Kinder, die über einen längeren Zeitraum mit Ritalin® therapiert worden sind, litten unter anderem unter Gewichtsverlust, Blutarmut oder sogar Psychosen und Ticks. Auch das Wachstum einiger Kinder wurde durch die Einnahme gestört.

Wenn man Ritalin® missbraucht, es also einnimmt, ohne dass es verschrieben wurde, greift man häufig zu einer zu hohen Dosis. Hierbei ist mit Krampfanfällen, Angstzuständen, Aggressivität und psychischer Abhängigkeit zu rechnen. Bei einer Überdosis kann Ritalin® sogar zum Tod führen.

Wer ab und zu mal eine Tablette Ritalin® einwirft, um besser lernen oder arbeiten zu können, sollte sich also bewusst sein, welche Risiken er damit eingeht. Denn so einfach es auch klingt – alles hat einen Haken, auch Ritalin®.