Eine Hand hält einige weiße Tabletten, im Hintergrund sind weitere Pillenpackungen zu sehen.

„Die Scham des Menschen, nicht so gut zu sein wie eine Maschine“

Hinweis
Dieser Artikel stammt aus dem Archiv des Blogs "hirn-sturm.de", den Wissenschaftsjournalismus-Studierende der h_da im Rahmen eines Vorgängerprojekts geschrieben haben. Weitere Informationen.

Höher, schneller, weiter – die heutigen Anforderungen des Stellenmarkts verleiten zu dem Wunsch, wie eine Maschine arbeiten zu können. Alfred Nordmann, Professor für Wissenschaftsphilosophie an der TU Darmstadt, sieht die Gefahr, dass sich Menschen gegenüber der Technik minderwertig fühlen.

Ein Portraitfoto von Prof. Alfred Nordmann. (Foto: Foto: A. Nordmann)

Ein Gehirn wie ein Computer müsste man haben: immer wach, immer bereit, immer alles abrufbar. Der Wunsch des Menschen nach maschinengleicher Perfektion ist längst in der Forschung angekommen. Bereits 2001 kamen in den Vereinigten Staaten erste konkrete Visionen von Human Enhancement durch Einsatz von Technologien (Converging Technologies – NBIC) auf. Die amerikanische Forschung verfolgte die Idee des „Engineering of the mind“. Für die Europäische Kommission verfasste Nordmann hierzu einen Bericht („Converging Technologies: Shaping the Future of European Societies“). In dieser Darstellung riet er zu einem anderen Forschungsansatz, hin zum „Engineering for the mind“.

Auch heute betrachtet er die Diskussionen zum Thema Enhancement kritisch und weist auf die Ursache der Entwicklung hin: Der Mensch stuft sich gegenüber der Technik als minderwertiger ein. Woher kommt dieses Gefühl der Unzulänglichkeit? Im Interview erläuterte Nordmann Visionen, Ängste und Möglichkeiten:

Wie definieren Sie Neuro-Enhancement (NE)?

Wie sehen Visionen zu diesem Begriff von NE aus?

Warum gibt es immer wieder ethische Diskussionen zum Thema NE?

Welche Probleme werden durch die Diskussion über NE aufgedeckt?

Was wäre der richtige Weg im Umgang mit der Debatte?

Gibt es gegenwärtige Beispiele für den Begriff der „prometheischen Scham“?

Woher kommt diese Scham des Menschen gegenüber der Technik?

Wie ist die Technikentwicklung der letzten Jahrzehnte einzuordnen?

Text und Interview: Jasmin Krenzer