Neuro-Enhancement in der Bildungs- und Arbeitswelt

 

Ein vom BMBF gefördertes Diskursprojekt zum Problem der Leistungssteigerung des menschlichen Gehirns ("Hirndoping")

Projektlaufzeit: 1. April 2015 bis 31. Juli 2016

Förderkennzeichen: 01GP1473

Die schwarze Silhouette eines Kopfes, in den bunte Farbbalken von oben hineinreichen.
Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
DLR Projektträger
h_da - Hochschule Darmstadt, University of Applied Sciences
Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Diskurs-Symposium in Darmstadt am 30.10.2015

Informieren

Worum ging es?

Die heutige Arbeitswelt ist durch ein Höchstmaß an Anforderungen und Belastungen gekennzeichnet, das den Leistungsdruck auf die Beschäftigten verstärkt hat. Mit dem Konsum von Substanzen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit versuchen Beschäftigte, den Anforderungen des modernen Arbeitslebens standhalten zu können. Sind wir "verdammt zum Erfolg" und auf dem Weg in eine Abhängigkeitsentwicklung?

Doping fürs Gehirn?

Lässt sich dem steigenden Leistungsdruck entsprechen, indem man "Doping fürs Gehirn" praktiziert? Der Begriff Neuro-Enhancement wird verwendet, wenn pharmakologische Substanzen außerhalb therapeutisch bzw. medizinisch indizierter Maßnahmen zur Steigerung jedweder Hirnfunktion (bspw. der Aufmerksamkeit oder emotionaler Zustände) eingesetzt werden ("off-label-use").

Welche Zielgruppen?

Nach einem im Jahr 2013 abgeschlossenen Diskursprojekt im Bildungsbereich lag der Fokus nun auf der Gruppe der Erwerbstätigen bzw. auf Personen in Übergangsprozessen vom Bildungs- in das Erwerbssystem. Zielgruppen neben den Studierenden und Expertinnen und Experten aus Medizin, Gesellschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften waren hier nun insbesondere auch Berufseinsteigende, Personen aus Kreativberufen sowie aus Tätigkeitsfeldern, die in Wechselschichten ausgeübt werden, da diese in besonderem Maße einem Leistungsdruck in der Arbeitswelt ausgesetzt sind.

Reflektieren

Rasante Fortschritte in den Life Sciences (Medizin-, Gen- und Biotechnik) eröffnen nicht nur neue Wege der Diagnostik und Therapie bislang unheilbarer Erkrankungen. Zugleich wandelt dieser Fortschritt auch unser Verständnis von Gesundheit und Normalität. Den biomedizinisch-pharmakologischen Technologien und Neuropharmaka (wie z.B. Ritalin® oder Provigil®) kommt dabei eine hohe Relevanz zu. Die Manipulationen des menschlichen Gehirns mit psychoaktiven Substanzen (Neuro-Enhancement) treffen den Menschen im Kern seiner Persönlichkeit.

Partizipieren

Was fand statt?

Diskurssymposien an den teilnehmenden Hochschulen Mitwirken an moderierten Gesprächen und Diskussionen mit Studierenden, Berufseinsteigenden, Personen aus Kreativberufen, Angehörigen aus Tätigkeitsfeldern mit Wechselschichten und betrieblichen Interessenvertretungen sowie Expertinnen und Experten aus Medizin, Gesellschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Teilnahme an der Gruppendiskussion auf Facebook

Mitmachen!

Der Kern des Neuro-Enhancement-Projekts bestand darin, einen Diskurs über Bedingungen, Wirkungen und mögliche Folgen sowie über normative Hintergründe, Visionen und Leitbilder der Lebenswissenschaften in der spätmodernen Wissens- und Leistungsgesellschaft zu stimulieren. Das Diskursprojekt bot die Möglichkeit zur aktiven Beteiligung an einem Prozess ethischer Urteilsbildung und der Bewertung neuer Gestaltungsmöglichkeiten unserer Lebenswelt. 
Die Diskursteilnahme wurde mit einem Zertifikat bestätigt.

Anmelden!

Die Anmeldung für die Diskurssymposien in Darmstadt und Münster ist leider nicht mehr möglich.

Falls Sie 
die Diskurssymposien verpasst haben, können Sie auf unserem Projekt-Blog die Berichte zu den einzelnen Darmstädter Vorträgen nachlesen.

Ziel

Das Projekt hatte das Ziel, die öffentliche Diskussion zu Perspektiven und Problemen der Leistungssteigerung des menschlichen Gehirns (Neuro-Enhancement, „Hirndoping“) zu stimulieren. Zielgruppen waren insbesondere Studierende, Personen aus Kreativberufen sowie Angehörige von Tätigkeitsfeldern mit Wechselschichten, weil sie zugleich als potenzielle Konsumenten wie auch als aktive Multiplikatoren im Fokus gehirnleistungssteigernder Pharmaka stehen. Im Dreischritt „Informieren – Reflektieren – Partizipieren“ sollten folgende Ziele erreicht werden:
  • Mehr Wissen über Chancen und Risiken von Neuro-Enhancement
  • Tiefere Analyse und grundlegende individuelle Urteilsbildung im Umgang mit "Neuro-Enhancern"
  • Bewertung und umfassende Erörterung gesellschaftlicher Zukunftsoptionen der Lebenswissenschaften

Symposium Darmstadt

Diskurs-Symposium an der Hochschule Darmstadt

Zeit: Freitag, 30. Oktober 2015, 9:00 bis 17:00 Uhr

Hier finden Sie das Video vom Diskurs-Symposium in Darmstadt

Referentinnen und Referenten
in der Reihenfolge der Vorträge:

Dr. Thomas Damberger
Bildung versus Perfektion
Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung
Fachbereich Erziehungswissenschaften
Goethe-Universität Frankfurt am Main

Dr. Greta Wagner
Was wird verbessert beim
pharmakologischen Neuroenhancement?

Institut für Soziologie
Fachbereich Gesellschaftswissenschaften
Goethe-Universität Frankfurt am Main

Connie Walther
Zeit – Macht – Kunst
Vom Umgang mit der Kreativität

Regisseurin, Autorin, Dozentin
Berlin

Dr. Uwe Rose
Einfluss psychischer Belastungen am Arbeitsplatz
auf das Neuro-Enhancement

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Fachgruppe für Mentale Gesundheit und Kognitive Leistungsfähigkeit
Berlin

Dr. Doreen Reifegerste
Medienhype Hirndoping?
Journalistische Berichterstattung über
Neuro-Enhancement und die Rolle der Ethik

Institut für Kommunikationswissenschaft
Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Friedrich-Schiller-Universität Jena

Markus Schäfer, M. A.
Medienhype Hirndoping?
Journalistische Berichterstattung über
Neuro-Enhancement und die Rolle der Ethik

Institut für Publizistik
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

Das ausführliche Programm für das Symposium in Darmstadt finden Sie hier: Web/PDF

Symposium Münster

Diskurs-Symposium an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Zeit: Freitag, 22. Januar 2016, 9:30 bis 16:30 Uhr

Ort: wwu
Alexander-von-Humboldt Haus
Hüfferstraße 61, 48149 Münster

Mit einem Vortrag von

Prof. Dr. Dieter Birnbacher
Die ethische Ambivalenz des Neuro-Enhancement
Institut für Philosophie
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Das ausführliche Programm für das Symposium in Münster finden Sie hier: Web/PDF

Über uns

Kontakt

Projektleitung

Prof. Dr. Nicola Erny (h_da / GS / SuK)

Hochschule Darmstadt

University of Applied Sciences

Studienbereich Sozial- und Kulturwissenschaften

FB Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit

Haardtring 100

64295 Darmstadt
Mail: nicola.erny@h-da.de

Projektpartner

Dr. Matthias Herrgen (wwu / Philosophisches Seminar)
Prof. Dr. Carsten Wirth (h_da / GS / SuK)

Projektkoordination

Melike Kisinbay, M. A. (h_da / GS / SuK)
Lars Kiesling, B. A. (h_da / GS / SuK // wwu / Philosophisches Seminar)